Das Funktionsprinzip der Solarstromnetzeinspeisung

 

Die solare Netzeinspeisung ist eigentlich recht einfach und sehr zuverlässig. Die üblicherweise auf dem Hausdach montierten Solarstrommodule wandeln die von der Sonne kommenden Strahlen in elektrischen Gleichstrom um. Dieser wird über die Modulanschlußkabel, ein UV-beständiges und kurzschlußsicheres Spezialkabel, zum Netzeinspeisegerät geleitet. Das Netzeinspeisegerät, auch Wechselrichter genannt, wandelt den elektrischen Gleichstrom mit sehr hohem Wirkungsgrad ( bis 98%) in netzkonformen Wechselstrom um. In ihm sind auch sämtliche Sicherheitsschaltungen integriert.
Nach der Umwandlung wird der Solarstrom über einen Netzeinspeisezähler ins öffentliche Netz eingespeist. Diese Einspeisung wird mit bis zu 57,4 Cent/kWh vergütet. Der zu erwartende Ertrag einer modernen Netzeinspeiseanlage beträgt ca. 800 – 1200 kWh pro installiertem kW und Jahr, abhängig von Ausrichtung, Neigung, Lage und örtliche Beschattung oder Teilbeschattung.

Der besondere Vorteil dieser Anlagen ist die geringe Störanfälligkeit, der minimale Wartungsaufwand und die vollständige Ausnutzung allen Solarstromes.

Eigenverbrauchsregelung

 

Bei der Eigenverbrauchsregel wird versucht, den erzeugten Solarstrom an Ort und Stelle zur Zeit der Erzeugung (Zeitgleich!) zu verbrauchen, was die Netzbelastung minimiert und deshalb indirekt besser vergütet wird. Die Sache ist allerdings nicht ganz einfach zu durchschauen. Grundsätzlich speist die Photovoltaikanlage direkt ins Hausnetz ein.  Der gesamte von der PV (Photovoltaik-) Anlage erzeugte Strom wird aber mit einem geeichten Stromzähler gemessen. Der Strom, der vom Stromversorger bezogen werden muß, und der Strom der zum Stromversorger geliefert wird, wird heutzutage mit einem modernen elektronischen „Zweirichtungs-Stromzähler“ gemessen. Dieser hat zwei Zählwerke, eins für Bezug und eins für Lieferung.

Produziert die PV Anlage gleich viel Strom wie im Haus verbraucht wird, dann erspart man sich die sonst üblichen Stromkosten und erhält zusätzlich pro kWh 8,05 cent. Produziert die PV Anlage weniger Strom als im Haus verbraucht wird, bezieht man den fehlenden Strom vom Stromversorger und bezahlt den üblichen Tarif dafür. Produziert die PV Anlage mehr Strom als im Haus verbraucht wird, dann wird der zuviel produzierte Strom direkt ins öffentliche Netz eingespeist und man erhält dafür dann die übliche Netzeinspeisevergütung (von 24,43 cent/kWh bei Inbetriebnahme im Jahre 2012). Der Fluß des Stromes muß dabei nicht extra geregelt werden. Das funktioniert automatisch ohne zusätzliche Geräte oder Einrichtungen.

Die ganze Sache hat allerdings einen kleinen Haken. Meist liegen Stromverbrauch und Stromerzeugung nicht zeitlich beieinander. Ist man zum Beispiel im Sommer für zwei Wochen im Urlaub, dann wird das meiste des erzeugten Stromes direkt eingespeist. Grundsätzlich kann man folgende Regeln ansetzen: Je kleiner die Photovoltaikanlage und je größer der Stromverbrauch im Haushalt umso größer ist auch der Eigenanteil des verbrauchten Stromes. Je größer die Photovoltaikanlage und je kleiner der Stromverbrauch im Haushalt, umso geringer ist der Eigenanteil des verbrauchten Stromes.
Zusätzlich ist die Höhe des selbstverbrauchten Stromes abhängig von Dauerverbrauchern (Grundlast des Hauses) und von den Gewohnheiten der Bewohner.

Man kann manuell eingreifen und den Eigenverbrauch erhöhen, indem man versucht, den Stromverbrauch soweit möglich in die Zeit der Erzeugung zu legen.
Oder man kann dies auch einer Automatik überlassen (Automatische Zuschaltung von Verbrauchern, Zwischenspeicherung des erzeugten Solarstromes bis zum Eigenbedarf usw.)

Obwohl durch dieses relativ unübersichtliche System eine übliche Kredittilgung nicht mehr ganz so einfach über die ausbezahlte Einspeisevergütung erfolgen kann ist die Eigenverbrauchsregelung trotzdem schon sehr lukrativ. Das liegt ganz einfach daran, das hiermit Stromkosten eingespaart werden können, und da Strom tendenziell immer teurer werden wird (erneute Strompreiserhöhung zum 1. Januar 2011) lohnt sich eine Anlage nach Eigenverbrauchsregelung immer mehr.

Photovoltaikanlage mit optimierter Eigennutzung

 

Sehr interessant und aktuell ist die Photovoltaikanlage mit optimierter Eigennutzung des Solarstromes.
Dabei wird der Solarstrom, der nicht direkt im Haus verbraucht wird in einer Batterie „zwischen gelagert“ und bei höherem Verbrauch und oder niedrigerer Sonneneinstrahlung (Nachts beispielsweise!) zur Verfügung gestellt. Bei der derzeitigen Einspeisevergütung von 18,36cent/kWh (August 2013) ist es auf jeden Fall sehr viel interessanter den Strom selbst zu verbrauchen und 26,87 cent/kWh zu sparen (Allgäustrom Basis bis 10000kWh/Jahr 2013).